Ich war ohne Anstellung. Mein Konto? Quasi leer. Ich hatte das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst, ich die Kontrolle verliere. Ich beg mich auf die Suche nach Untersützung
Und landete bei einem spirituellen Geldcoaching. Die Empfehlung nach dem Kennenlerngespräch: Ich solle einen Money Date machen. Mit meinem Geld essen gehen. Hören, was es mir zu sagen hat.
In meiner Verzweiflung habe ich es tatsächlich gemacht. Habe mir das Geld dafür zusammengekratzt, bin teuer essen gegangen, habe meinem Geld Fragen gestellt und auch etwas aufgeschrieben. Der Abend war schön, keine Frage. Das Ergebnis für meine finanzielle Situation allerdings: keines.
Heute frage ich mich, was ich mir dabei eigentlich gedacht habe. Und gleichzeitig weiß ich genau, was ich mir dabei gedacht habe. Ich war so ohnmächtig und hilflos, dass ich jedem Versprechen geglaubt hätte, das mir Erleichterung versprach.
Darum geht es in diesem Artikel. Nicht darum, ob Manifestieren oder spirituelle Geldarbeit grundsätzlich falsch ist. Sondern darum, warum bestimmte Ratschläge ausgerechnet dann nicht helfen, wenn du sie am meisten brauchst.
Was da draußen über Geld manifestieren erzählt wird
Geld manifestieren, einen Money Date machen, Fülle anziehen. Die Versprechen klingen verlockend.
Ich habe vieles davon ausprobiert. Mit den unterschiedlichsten Methoden. Über einen längeren Zeitraum. Und ich sitze trotzdem auf einem fünfstelligen Schuldenbetrag (warum das noch so ist kannst du im Beitrag Dave Ramsey und Schulden lesen). Ich erzähl dir das nicht als Beweis, dass Manifestieren nicht funktioniert. Ich sage es dir, weil ich glaube, dass diese Ratschläge einen entscheidenden Haken haben, über den kaum jemand spricht
Das Wichtigste auf einen Blick
Spirituelle Geldratschläge wie Manifestieren, Money Dates oder Geld-Affirmationen können sinnvoll sein. Aber nur wenn dein Nervensystem bereits ruhig genug ist, um loszulassen.
Wer in echter finanzieller Not steckt, ist zu fixiert auf das Problem, um es loszulassen. Das ist einfach Biologie.
Was in akuter Not wirklich hilft: das Nervensystem zuerst beruhigen, dann konkrete Schritte gehen. In dieser Reihenfolge.
Der Haken, beim Manifestieren, den niemand erwähnt
Manifestieren funktioniert nach dem Prinzip des Glaubens, Vertrauens und Loslassens. Dabei richtest du deine Energie auf das aus, was du dir wünschst, und vertraust darauf, dass es kommt.
Das setzt voraus, dass du das gewünschte Ergebnis loslassen kannst. Das du Kapazität hast zu Glauben und zu Vertrauen.
Wenn du in echter Not bist, wenn du nicht weißt wie du die nächste Rechnung zahlst, wenn du nachts nicht schläfst weil du rechnest und planst und keine Lösung siehst, dann ist dein Nervensystem im Alarm. Vollständig. Und ein Nervensystem im Alarm kann nicht loslassen. Das ist keine Frage des Willens. Das ist Biologie.
Deine Amygdala, dein Angstzentrum, hat die Kontrolle übernommen. Rationales Denken wird zurückgefahren. Und Vertrauen, echtes Loslassen, ist in diesem Zustand neurologisch nicht möglich.
Das bedeutet: Wer dir in echter Not sagt, du sollst einfach manifestieren, der meint es vielleicht gut. Aber er versteht nicht, was in deinem Körper gerade passiert.
Was das mit mir gemacht hat
Wir manifestieren ständig. Meistens unbewusst. Ich habe manifestiert und es lief MEGA. Zum Beispiel der Verkauf unseres Hauses 2010 (Zinsen hoch, kaum Nachfrage, unendlich viele Besichtigungen, alle nickten freundlich und gingen wieder. Trotzdem war ich ruhig und sicher DAS es rechtzeitig klappen wird. Tat es auch!).
Ich habe unzählige Jobs manifestiert. Immer so wie ich sie gerade brauchte. Doch bewusstes Manifestieren von Geldbeträgen? Nope. Hat nicht funktioniert. NIE. Was ich daraus geschlossen habe: Ich bin wohl nicht spirituell genug. Ich glaube nicht richtig. Ich mach was falsch. ICH.BIN.NICHT.GUT.GENUG. Mal wieder…..
Das ist für mich das eigentliche Problem mit diesen Ratschlägen in akuter Not. Es ist nicht, dass sie unter Umständen nicht wirken. Sondern das, was sie hinterlassen, wenn sie nicht wirken.
Nämlich: Noch mehr Selbstzweifel. Noch mehr das Gefühl, irgendwie falsch zu sein. All das haben wir doch schon oft genug gedacht, geglaubt, verinnerlicht, oder? Eben!
Aber zurück zudem was es mit mir gemacht hat. Ich hab mich geschämt. Vor mir. Und diese Scham kam nicht von meinem Kontostand. Die Scham kam durch das Gefühl, dass es an mir liegt. Dass andere es können und ich nicht. Dass ich zu unfähig bin. zu schlecht . zu….
Merkst du was? Statt mich aus der Angst zu holen, zog mich dieser Rat eher in eine weitere negative Spirale. Es war harte Arbeit mich dort wieder an die Oberfläche zu wühlen.
Und das Money Date?
Der Abend war wirklich schön. Ich war mit mir selbst, in einem tollen Ambiente, habe gut gegessen, habe etwas aufgeschrieben. Aber mein Konto war danach genauso leer wie vorher.
Heute verstehe ich, was hinter dieser Idee steckt.
Einen bewussten, entspannten Umgang mit Geld üben. Die Beziehung zum Geld entspannen. Das hat seine Berechtigung, wenn du grundsätzlich versorgt bist und an tiefer liegenden Mustern arbeiten willst. In akuter Not ist es das falsche Werkzeug. Einfach, weil du kein entspanntes Verhältnis zum Geld üben kannst, wenn das Geld fehlt, das du brauchst, um deine Grundbedürfnisse zu sichern. Das ist wie jemandem mit gebrochenem Bein zu empfehlen, entspannt zu laufen.
Wann spirituelle Geldarbeit wirklich sinnvoll ist
Ich sage nicht, dass Manifestieren oder Geld-Affirmationen oder Money Dates grundsätzlich unsinnig sind. Ich habe selbst erlebt, dass tiefere Arbeit an Glaubenssätzen und Mustern etwas verändern kann. Außerdem: ich arbeite selbst energetisch.
Aber die Grundlage muss stimmt. energetische oder spirituelle Geldarbeit funktioniert, wenn du nicht in existenzieller Not bist. Wenn dein Nervensystem nicht im Dauerstress ist. Wenn du dir leisten kannst, in die Tiefe zu gehen, ohne dass gleichzeitig der Druck von außen kommt.
Was mir wirklich geholfen hat, war eine andere Reihenfolge:
Erst das Nervensystem beruhigen.
Dann Struktur aufbauen.
Dann die tiefere Arbeit.
Die Umschlagmethode hat mir Sicherheit gegeben, weil ich das Geld sehen und anfassen konnte. EFT hat mir geholfen, weil es direkt mit dem Stresssystem kommuniziert, ohne dass ich erst verstehen oder analysieren musste. Und erst als beides da war, konnte ich anfangen, tiefer zu schauen.
Was ich dir mitgeben möchte
Wenn du gut verdienst und trotzdem am Monatsende nicht weißt, wo das Geld geblieben ist, dann ist das nicht unbedingt ein Energieproblem. Es ist kein Zeichen, dass du nicht richtig manifestierst. Oder die falsche Schwingung hast. Oder irgendwie spirituell nicht weit genug bist.
Wahrscheinlich ist es eher ein strukturelles Problem. Und manchmal auch ein Liquiditätsproblem im Sinne von: die Rechnung ist fällig, bevor das Geld dafür zur Verfügung steht. Oder beides.
Die Frage, die wirklich weiterhilft, ist nicht: Wie ziehe ich mehr Geld an? Sondern: Was passiert bei mir genau mit dem Geld, das schon da ist?
Versickert es in kleinen, ungeplanten Ausgaben? Fehlt eine Struktur, die es hält? Brauche ich einfach mehr Überblick, bevor ich überhaupt weiß, was sich ändern soll?
Schnell reich, Energie ändern, Fülle anziehen. Das klingt verlockend. Besonders wenn du Scham oder Verzweiflung fühlst, weil du weißt, dass eigentlich genug da ist und es trotzdem irgendwie nicht reicht. Aber es löst JETZT nicht den akutes Problem!
Aber es löst nicht dein strukturelles Problem. Und es zahlt dir auch jetzt nicht deine Rechnung. Dafür braucht es andere Werkzeuge. Auf lange Sicht brauchst du eher mehr Klarheit darüber, was mit deinem Geld passiert.
Ein erster Schritt für gestresste Nerven
Bevor du irgendetwas planst oder manifestierst: Klopfe erst eine Runde.
Setup-Phrase (3x auf der Handkante):
Auch wenn ich gerade nicht weiß wie es weitergehen soll und sich das sehr unangenehm anfühlt, bin ich okay so wie ich bin.
Augenbraue: Diese Unsicherheit
Schläfe: Ich weiß nicht wie es weitergeht
Unter dem Auge: Dieser Druck
Unter der Nase: So viel auf einmal
Kinn: Das ist wirklich viel
Schlüsselbein: Ich darf das fühlen
Unter dem Arm: Und trotzdem bin ich okay
Kopf: Ich finde meinen nächsten Schritt
Mehr zur EFT-Klopftechnik bei Geldstress findest du hier: EFT für Geldthemen: Die Basics der Klopftechnik gegen Geldsorgen
Fazit
Spirituelle Geldratschläge haben ihren Platz. Aber nicht in der Krise. Und wer sie in der Krise verkauft, ohne das zu erwähnen, der macht es sich zu einfach.
Du bist nicht zu wenig spirituell. Du bist nicht falsch. Du bist vielleicht einfach gerade in einem Moment, in dem dein Nervensystem zuerst Sicherheit braucht, bevor es sich öffnen kann. Das ist ein großer Unterschied.

EFT für Geldthemen: Die Basics der Klopftechnik gegen Geldsorgen
Weiterführende Beiträge:
- Geld manifestieren und Money Date: Warum diese Geldratschläge in echter Not nicht helfen
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